Die sozial- und gesundheitspolitischen Sprecherinnen der SPD-Bürgerschaftsfraktion Birgitt Pfeiffer und Ute Reimers-Bruns im Gespräch mit dem LAGS-Vorsitzenden Jürgen Karbe und Geschäftsstellenleiter Gerald Wagner.

Am 18. Januar tauschten sich die Fachsprecherinnen der SPD-Fraktion Birgitt Pfeifer (Soziales) und Ute Reimers-Bruns (Gesundheit) über aktuelle sozial- und gesundheitspolitische Themen und Schwerpunkte aus. Aus ganz aktuellem Anlass war die unverzüglich erforderliche gesetzliche Regelung zur Vermeidung einer Triage erster Gesprächsschwerpunkt. Allein dieses Thema macht deutlich, wie wichtig eine starke Solidargemeinschaft der unabhängigen Behindertenselbsthilfe für eine gleichberechtigte, von Diskriminierung freie und selbstbestimmte Teilhabe behinderter Menschen ist. Mit der dankenswerten Ausgestaltung des Doppelhaushalts 2022/2023 wurden die Handlungsspielräume der LAGS spürbar erweitert, um den anstehenden Herausforderungen begegnen zu können.

Die weitere Umsetzung des BTHG im gesamten Querschnitt des Sozialgesetzbuches erfordert weiterhin große Anstrengungen. So geht es aktuell besonders im Bereich der Psychiatrie um die Umgestaltung von vorwiegend stationärer psychiatrischer Versorgung in sozialräumlich orientierte ambulante Strukturen. Auch hier gibt es im neuen Haushalt ein Startsignal für das „Zentrum für seelische Gesundheit.“ Die LAGS-Vertreter machten deutlich, wie sehr ihnen dieses Projekt am Herzen liegt. Auch im Sinne ihrer Sozialraum- und Stadtteilorientierung wird die LAGS dieses Projekt nach Kräften unterstützen. Hier wurden bereits Fortschritte mit den LAGS-Angeboten in Bremen-Nord (mit Selbstbestimmt Leben und dem Blinden- und Sehbehindertenverein) und in Bremerhaven (Kooperation mit Selbsthilfe Bremerhavener Topf) erzielt. Im Bremer Osten und in Mitte finden auch regelmäßige Angebote der Teilhabeberatung und interkultureller Selbsthilfe statt – das soll noch in weitere Regionen (Linke Weserseite) ausgebaut werden.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Stabilisierung der Strukturen für Selbsthilfe und Teilhabe mit, von und für Menschen mit Zuwanderungs-/Fluchthintergrund und Behinderung. Hier freut die LAGS sich über eine wachsende Zahl von Aktiven aus unterschiedlichsten Sprach- und Kulturkreisen, die aus der hohen Zahl an Ratsuchenden aus aller Welt im Rahmen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB, vom Bund gefördert) gewonnen werden konnten. Auch weitere Kooperationen mit Organisationen und Netzwerken zugewanderter Menschen, zum Beispiel dem Migrant:innenElternNetzwerk wird es geben.

Mit vorsichtigem Optimismus hoffen Behindertenselbsthilfe und die Politikerinnen darauf, dass das 27. Bremer Behindertenparlament zeitgleich mit dem 30. Protesttag behinderter Menschen am europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen (5. Mai 2022) stattfinden kann. Auch eine Vorausschau auf ein mögliches bundesweites Treffen der Selbsthilfe-Landesarbeitsgemeinschaften im Herbst dieses oder spätestens im Frühjahr des nächsten Jahres war Gesprächsthema.

Um den Herausforderungen des Jahres 2022 und der weiteren Zukunft gerecht werden zu können, stellt sich die LAGS Bremen e.V. aktuell im haupt- und ehrenamtlichen Bereich schrittweise neu auf. Aufgrund der großen Unterstützung der Politik, der Verwaltung und der Krankenkassen im Land Bremen sowie einer wachsenden Zahl weiterer Unterstützer:innen (Partnerschaft für Demokratie, Aktion Mensch)  blicken wir mit großer Zuversicht nach vorn und danken allen ganz herzlich im Namen der Behindertenselbsthilfe!