Viele von uns lesen jeden Tag Zeitung, hören Radio, schauen Fernsehen oder erfahren Neuigkeiten aus dem Internet und den sozialen Netzwerken. Was vielen von uns vielleicht nicht auffällt: An den meisten Inhalten unseres Lebens haben die Bürgerinnen und Bürger weitgehende Rechte, Möglichkeiten und manchmal sogar Pflichten, sich zu beteiligen.

Ein Bauprojekt startet oft mit einer Einwohnerversammlung, dann wird in einem Stadtteilbeirat das Projekt diskutiert, und die zuständigen Behörden  legen die Pläne aus – und jede/jeder darf sich dazu äußern. In den Vereinen, Verbänden, Einrichtungen unseres Sozialsystems, in den Schulen, den Kirchen und vielen Institutionen gibt es Mitgliederversammlungen, Vorstandstreffen, Verwaltungsräte, Beiräte und vieles mehr, wo viel Wichtiges besprochen und entschieden wird.  Aber hier sind nur wenige beeinträchtigte Menschen beteiligt. Und wenn, dann fällt es Ihnen oft schwer, an den Diskussionen und Entscheidungen teilzuhaben, weil es zu viele Barrieren gibt. Entweder können Gehbehinderte einen Ort nicht erreichen, für Hörgeschädigte gibt es keine Schriftdolmetschung oder Untertitel, die erforderliche technische und personelle Unterstützung für Blinde und Sehbehinderte fehlt, psychosoziale Unterstützung wird nicht geleistet. Und so findet politische Beteiligung von Menschen mit Beeinträchtigungen oft nur in ihrem eigenen Kreis statt, z.B. in behindertenpolitischen Gremien, Bewohnerbeiräten, Werkstatträten, Angehörigenbeiräten und ähnlichen Institutionen. Im öffentlichen politischen Leben sind behinderte Menschen sowohl als Aktive als auch als Publikum/Besucher*innen oft „außen vor“.

Hier kann und will die LAG Selbsthilfe so weit wie irgendwie möglich Abhilfe und Unterstützung leisten. Wir bieten Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und psychosozialen Gesundheitsproblemen Unterstützung dabei, sich in allen gesellschaftlichen Bereichen politisch zu betätigen. Und wir unterstützen gern alle öffentlichen Institutionen dabei, ihre Arbeit barrierefrei zu gestalten. Gern können sich zum Beispiel Ortsämter, Bürgerhäuser, Selbstverwaltungsgremien des Sozial- und Gesundheitswesens, Glaubensgemeinschaften, Vereine und alle gesellschaftlichen Organisationen an uns wenden, wenn sie für ihre Selbstverwaltung und Aktivitäten technische und psychosoziale Unterstützung benötigen.

Zum einen geben wir umgehend Rat, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Zum anderen verleihen wir gern eine mobile Induktionsanlage – das ist ein Gerät zur akustischen Hilfe für Hörgeschädigte. Auch eine mobile Tonanlage steht zur Verfügung. Im Büro können – nach genauer Terminabsprache – einzelne Termine verabredet werden, um zum Beispiel an einer Telefon- oder Videokonferenz teilzunehmen. Wir helfen auch bei der Suche nach einer ausreichend großen Räumlichkeit, wenn trotz Corona unbedingt dennoch  eine Sitzung oder eine bestimmte Veranstaltung (z.B. Jahreshauptversammlung) stattfinden muss. Unsere Möglichkeiten sind zwar begrenzt, aber mit dem, was wir haben, helfen wir in Einzelfällen gern. Wer mehr erfahren will, bitte einfach melden unter 0421/38777-14 oder info@lags-bremen.de.