Etwa zwei Jahre nach seinem Dienstantritt hat der Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, Hans Horn mitgeteilt, die Einrichtung auf eigenen Wunsch zu verlassen. Die LAG Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen und der Arbeitskreis Bremer Protest nehmen diese Ankündigung mit großem Respekt, aber auch mit Bedauern und einer gewissen Sorge auf.
 
Die Formulierung von Herrn Horn, dass der „enge Rahmen“ eines städtischen Eigenbetriebs nur schwer mit seinen „…Vorstellungen eines modernen Anbieters von inklusiven Angeboten zur Teilhabe am Arbeitsleben in Einklang zu bringen“ sei, sehen wir als ein gewisses Alarmsignal und auch als Hypothek für die weitere Entwicklung der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen im Land Bremen und für die Gestaltung der Teilhabe am Arbeitsleben insgesamt. Denn in unserer Arbeit in den Teilhabe-Gremien und im Kontakt und Dialog mit vielen unterschiedlichen Akteuren im Bereich Teilhabe am Arbeitsleben werden – je nach Funktion und Perspektive – durchaus des Öfteren Irritationen, Unvereinbarkeiten und auch unterschiedliche Grade von „Frustration“ deutlich. Wir wünschen uns sehr die Einkehr einer gewissen Leichtigkeit.
 
Gemeinsam mit dem Landesbehindertenbeauftragten und allen Interessenvertretungen behinderter Menschen im Land Bremen werden wir die Herausforderung annehmen, dass Menschen mit Behinderungen und ihre Vertretungen systematisch, auf Augenhöhe und maßgeblich an der Weiterentwicklung der Werkstätten und der gesamten Teilhabe-Bedingungen im Arbeitsleben beteiligt werden. Im ersten Schritt schauen wir mit großer Zuversicht darauf, dass die Nachfolge in der Geschäftsführung von Werkstatt Bremen zeitnah geregelt und die Kontinuität in der Leitung sichergestellt wird. Die laufenden Prozesse erfordern Klarheit auf allen Positionen der beteiligten Akteure. Wir freuen uns darauf, weiter Teil dieses spannenden Prozesses zu sein.